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Babuschka-Theater

Märchen - die "Gattung Grimm"

1812 brachten die Brüder Jacob (geb. 1785) und Wilhelm Grimm (geb. 1786) den ersten Band ihrer "Kinder- und Hausmärchen" heraus, dem 1815 ein zweiter und in den folgenden Jahren noch viele Neuauflagen folgten. Mit diesem Werk gelang es den jungen Philologen, der bis dahin wenig geschätzten Gattung (die Aufklärer hatten dafür nur die abschätzige Bezeichnung "Ammenmärchen" übrig) auch in bürgerlichen Kreisen zur Anerkennung zu verhelfen, einen eigenen Märchenstil zu kreieren und auf diese Weise unzählige Nachfolger zu gewinnen, die dem Märchen bis heute eine ungebrochene Popularität bescheren.

Das Erstaunliche an dieser Erfolgsgeschichte: Die Brüder handelten anfangs lediglich als Zuträger für den von ihnen bewunderten Clemens Brentano, der mit Achim von Arnim 1805-08 die Liedersammlung "Des Knaben Wunderhorn" herausgegeben hatte. Die Erstfassung der Märchen war daher Brentano lediglich als Bearbeitungsvorlage gesandt worden und erst als dieser die Sache liegen ließ, ermunterte von Arnim die Autoren zur Veröffentlichung.

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Es ist reizvoll und aufschlussreich, das Brentano übermittelte Manuskript von 1810 mit den späteren Druckfassungen der Märchen zu vergleichen, denn die Brüder selbst haben ihre Aufzeichnungen vernichtet. Die hätten nämlich den Eindruck, die Märchen seien durch heimatkundliche Feldforschung gesammelt worden, selbst als Märchen entlarvt. In Wahrheit verkehrten die Grimms in Gelehrten- und Adelskreisen und die Gewährsleute ihrer Erzählungen waren größtenteils literarisch gebildete junge Damen oder wie die alte Viehmännin ihnen aus dem gehobenen Bürgertum vermittelt worden.

Für das Verständnis der Grimmschen Märchensammlung darf ihre weitere Tätigkeit, die sie zu Vätern der Germanistik machte, nicht vergessen werden. Ebenso wie bei der Herausgabe literarischer Denkmäler des Mittelalters glaubten sie in den Märchen verschütteten germanischen Traditionen auf der Spur zu sein.

Vor allem Wilhelm Grimm hat von Auflage zu Auflage den einfluss- und höchst erfolgreichen Märchenton entwickelt, der die Erzählforschung geradezu von einer "Gattung Grimm" sprechen ließ. Dazu gehören formal der Einbau volksläufiger Redewendungen und Metaphern sowie zum Teil mundartlicher Verse und inhaltlich die Abgrenzung des Märchens von der Sage. Während in letzterer ein Bruch der Naturgesetze immer auf das Wirken Gottes oder transrealer Kräfte hinweist, wird um das Wunderbare im Märchen nicht viel Aufsehens gemacht. Tier- und Menschengestalt sind austauschbar und auch der Umgang mit Alter und Tod ist ein ganz anderer. Durch Herausnahme heikler Stellen wurde die Sammlung immer mehr dem ersten Teil ihres Titels gerecht. Dies wurde vom älteren Bruder eher geduldet als gebilligt.

Die Vielzahl der Deutungsversuche des Märchens, zunächst aus philosophischer, religions-, volks- und völkerkundlicher Sicht, später auch von Seiten der Tiefenpsychologie und Anthroposophie, ergänzen und relativieren einander und sind sich lediglich in der ungeteilten Wertschätzung des Märchens einig.



Bilder vom 17.06.2004 (zum Vergrößern klicken)
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Babuschka-Theater
Barbara Scheel, die 1983 das Babuschka-Theater gegründet hat, vereinigt viele Talente in ihrer Person: zum einen Dozentin für Pädagogische Psychologie und Diplom-Kunstpädagogin, zum andern Puppenspielerin und Puppenbauerin sowie seit fast dreißig Jahren Autorin. Seit 1990 bietet das Theater in Eppingen bei Heilbronn 35 bis 55 Sitzplätze. Zugleich ist die Theaterleiterin mit ihrer Bühne häufig auf Tournee. Das Repertoire hat sich auf Märchen und Geschichten aus aller Welt spezialisiert. Hier wird gespielt, erzählt, gelesen und philosophiert. Barbara Scheel gelingt es stets aufs Neue, die Zuhörer zum Schmunzeln zu bewegen.

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Wolfgang Mayer
geboren 1965 in Simbach am Inn, spielt seit seinem achten Lebensjahr Gitarre. Studium am Richard-Strauss-Konservatorium, an der Musikhochschule München, am Mozarteum Salzburg sowie Gesangausbildung. Seit 1994 Auftritte unter dem Namen Dos Guitares. Außerdem Solo- und Kammermusik-Programme (auch Klavier), Rezitationsabende und Kunstevents.


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