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Zeitreise

Theophils Zeitreise
zu Wolfgang Amadé Mozart

Handlung

Der Physiker Chrysostomus, ein großer Verehrer Mozarts, will eine Zeitmaschine bauen, um dem Musikstar des 18. Jahrhunderts persönlich zu begegnen. Er muss jedoch erkennen, dass Mozart dem Irdischen bereits zu weit entrückt ist. Immerhin: Eine Zauberin verspricht, einen Jugendfreund des Musik-Genies mit dessen Zeitmaschine anreisen zu lassen. Dieser Theophil muss jedoch mit seiner Zeit, die er bei jedem Aufenthalt auf der Erde verliert, sehr sparsam umgehen und opfert sie nur für einen Kreis hervorragender Musiker, die Kompositionen des Meisters perfekt aufzuführen verstehen. Denn Musik überwindet die Zeit und vermag die Vergangenheit wieder lebendig zu machen. Chrysostomus findet einen Geiger, der mit der virtuosen Interpretation der "Teufelstriller"-Sonate von Giuseppe Tartini überzeugt. Der Name "Theophil" klingt verheißungsvoll, denn er ist nichts anderes als das griechische Pendant zum lateinischen „Amadeus“ (beide entsprechen dem deutschen "Gottlieb"). Von diesem anderen Ich Mozarts darf das Publikum erwarten, dass ihm das musikalische Wunderkind Mozart besonders nahe gebracht wird.

Einladungsschreiben Theophils

Text: Peter Stilijanov  

Ihr werdet den Kopf schütteln, wenn ich Euch erzähle, dass ich zusammen mit meinem Freund Wolfgang Amadé Mozart, also Wolferl, geboren bin. Ihr fangt an zu rechnen und erkennt: Theophil wäre dann 248 Jahre alt - unmöglich.

Nun, so wie Ihr von einem Ort zum anderen, kann ich in Vergangenheit und Zukunft reisen. Und wie ich wisst Ihr, dass die Zeit in schnell bewegten Raumschiffen und in der Nähe schwarzer Löcher viel langsamer vergeht. Jetzt versteht Ihr, dass ich die Erde meiden muss, wenn ich noch lange leben will.

Nur wenn Kompositionen meines Freundes Wolferl gespielt werden, komme ich auf die Erde, vergesse dann, dass überhaupt Zeit vergeht. Denn unsere eigene Zeit stimmt nicht mit dem gleichmäßigen Ticken des Metronoms überein. Eine Unterrichtsstunde kann sich beispielsweise ewig lang hinziehen, aber auch im Nu verfliegen. Das Metronom ist ein Gegenstand der Zerstörung.

Meine Zeitmaschine hilft mir, ähnlich einem Computer, mich an meine eigenen Erlebnisse mit Wolferl zu erinnern. Andererseits kann ich aber auch direkt in die Vergangenheit reisen, um Wolferl live zu erleben.

Apropos, Ihr habt es sehr bequem, wenn Ihr mich auf meiner Reise begleitet. Ihr müsst nicht klagen "mein Arsch brennt mir wie Feuer", wie Wolfgang nach langen Kutschenfahrten zu sagen pflegte. Eine Reise nicht nur durch Raum und Zeit, eine mitunter sogar zeitlose, überzeitliche Reise tretet Ihr an, wenn Ihr Wolferls Musik hört.

Ihr reist durch sein Königreich, welches er das Königreich 'Rücken' nannte. Davon musste ihm der Reisediener auf der großen Europareise, während seine Kutsche durch die verschiedensten Länder fuhr, eine Landkarte zeichnen, wozu er ihm die Namen der Städte, Märkte und Dörfer diktierte. Dieses Reich und dessen Einwohner wurden nun mit all dem begabt, was sie zu guten und fröhlichen Kindern machen konnte. Er war der König von diesem Reich.

Hier in Mozarts Königreich wollen wir uns wiedertreffen. Bis dahin auf Wiedersehen! Euer Theophil


Musik-Programm

  • Bastien und Bastienne, KV 50,
    Nr. 10, Aria "Diggi, daggi" (Colas)


  • Giuseppe Tartini, Sonate in g,
    "Teufelstrillersonate", 3. Satz
  • KV 1a, Andante
    KV 1, Menuett, Trio
    KV 2, Menuett
    KV 3, Allegro
    KV 5, Menuett


  • Nannerl-Notenbuch,
    8. Menuett in F


  • Sonate in C, KV 6,
    Allegro


  • Sonate in G, KV 9,
    Menuet I
  • Sonate in B, KV 454,
    Largo-Allegro, Andante, Allegretto

************ Pause ************

  • Sehnsucht nach dem Frühling, KV 596


  • Thema aus dem Rondo
    des Klavierkonzertes in B, KV 595


  • "Bona nox! Bist a rechta Ox",
    vierstimmiger Kanon, KV 561


  • Sonate in C, KV 6, Allegro molto


  • Sonate in C, KV 14,
    Allegro, Allegro, Menuetto I,
    Menuetto II en Carillon


  • Improvisation, Londoner
    Skizzenbuch, KV 15d


  • Rezitativ im Stil Mozarts mit der
    Arie der Giunia „Ah tu di sdegno,
    o barbaro“ aus Lucio Silla, KV 135


  • Sonate in G, KV 11, Allegro


  • Sonate in A, KV331, alla Turca, Allegretto


  • Die Zauberflöte, KV 620,
    "Der Vogelfänger bin ich ja" (Papageno)
    "Ein Mädchen oder Weibchen
    wünscht Papageno sich!" (Papageno)
    "Pa pa pa …" (Papagena, Papageno)


  • Sonate in A, KV 526, Presto

Mitwirkende und ihre Rollen

Peter Stilijanov, Theophil
Zunächst Diplomphysiker an der Deutschen Akademie der Wissenschaften. In Berlin Klavierstudium und Meisterschüler. Neben Lehraufträgen Entwicklung und Gestaltung kammermusikalischer Programme, insbesondere zu Bach und Mozart.

Michael Durner, Geigenvirtuose
Studium und Meisterschüler in Berlin. In dieser Zeit regelmäßige Auftritte mit den Berliner Philharmonikern. Seit 1991 Erster Geiger des Bayerischen Staatsorchesters und Mitglied in Münchner Kammermusik-Ensembles.

Brigitte Bayer, Zauberin und Papagena
Sieben Jahre im Kinderchor der Bayerischen Staatsoper, anschließend erste Solopartien bei Produktionen der Bayerischen Singakademie. Seit vergangenem Jahr Gesangstudium an der Musikhochschule in München.

Ivan Orescanin, Physiker und Papageno
Bis zum Jahr 2000 Mitglied des Chors der Staatsoper in seiner Heimatstadt Belgrad, dann Studium am Richard-Strauss-Konservatorium München. Solist u.a. in Operninszenierungen, Oratorien und Liederzyklen.


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