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Konzert-Abend

Aglaia-Quartett und Markus Schön

Haydn, Mozart, Dvorák

Joseph Haydn (1732-1809)
Streichquartett d-moll op. 103 Hob III:83


Haydns 83. Streichquartett ist zugleich sein letztes Werk, um dessen Vollendung sich der an seniler Demenz Leidende vergebens bemühte. Über die Komposition des "Winters", des Schlussteils der "Jahreszeiten", sei er selbst ein alter Mann geworden, pflegte Haydn zu sagen. Im April 1806 übersandte er die zwei beendeten Teile an den Musikverleger Breitkopf und Härtel - und an Stelle der geplanten beiden schnellen Rahmensätze eine Visitenkarte. Sie enthielt den Anfang des einige Jahre zuvor vertonten Gedichts "Der Greis" von Ludwig Gleim: "Hin ist alle meine Kraft, alt und schwach bin ich." - Dennoch merkt man diesem fragmentarischen Streichquartett den vom Künstler häufig beklagten Kräfteverfall nicht an; ganz im Gegenteil kündigt sich zum Beispiel beim Übergang des sanften ersten Teils des langsamen Satzes in den Mittelteil durch den plötzlichen Wechsel der Tonarten unüberhörbar das neue Musikzeitalter der Romantik an.

Wolfgang A. Mozart (1756-1791)
Klarinettenquintett A-Dur KV 581


Mozart vollendete sein Klarinettenquintett im September 1789 in Wien, es zählt also zu seinen Spätwerken. Generell resultiert ja die große Bedeutung der Blasinstrumente bei Mozart aus der Verbindung zu einzelnen Virtuosen, hier zu seinem Freund Anton Stadler, der ein berühmter Klarinettist in Prag und Wien und Mitglied des kaiserlichen Hoforchesters war. Sein einfühlsames Spiel war laut einem Konzertbericht "so weich, so lieblich, dass ihm Niemand widerstehen kann, der ein Herz hat." Die technische Entwicklung der Klarinette war als letzte der Holzblasinstrumente erst im späten 18. Jahrhundert vollendet. Sie wurde zuerst im Mannheimer Orchester verwendet, wo Mozart sie 1778 kennenlernte und bewunderte. "Stadlers Quintett", wie der Komponist sein Werk gelegentlich nannte, wurde für dessen Bassettklarinette (vermutlich in A) geschrieben und gilt allgemein als eines der besten Kammermusikwerke der Musikliteratur überhaupt.

Antonín Dvorák (1841-1904)
"Amerikan." Streichquartett F-Dur op. 96


Dvoráks steile internationale Karriere begann 1878, als der Verlag Simrock auf Empfehlung von Johannes Brahms seine "Klänge aus Mähren" druckte und anschließend die "Slawischen Tänze" in Auftrag gab, die in kürzester Zeit alle Konzertsäle eroberten. 1892 wechselte der Professor für Komposition am Prager Konservatorium für knapp drei Jahre an die gleiche Position in New York. Dessen Präsidentin Jeanette Thurber versuchte, mit dem führenden Vertreter einer nationaltschechischen Musik eine eigenständige amerikanische Musik zu etablieren. Dvorák lebte in einer tschechischen Siedlung in Iowa und studierte die Musik der Indianer und schwarzen Plantagenarbeiter. In der Folge entstanden das so genannte "Amerikanische" Streichquartett und die berühmte Sinfonie "Aus der Neuen Welt", die nach Leonard Bernstein "natürlich eine sehr schöne, fein gesponnene und tief empfundene Symphonie aus der Alten Welt" ist.

Ausführende
Das Aglaia-Quartett (Kaoru Yamamoto, Markus Kern - Violine, Tilo Widenmeyer - Viola und Dietrich von Kaltenborn - Cello), gegründet 1996 von Studenten der Musikhochschule Freiburg, erhielt seine künstlerische Ausbildung bei namhaften Ensembles wie dem Amadeus- und dem Vermeer-Quartett sowie den Professoren Heinz Holliger und Nicolas Chumachenco. Mittlerweile hat das Ensemble seinen Sitz in München und reist zu zahlreichen Konzerten in Deutschland und der Schweiz, in diesem Jahr erstmals nach Japan. Seine Mitglieder veranstalten Kammermusikkurse in aller Welt.



Markus Schön war Soloklarinettist international renommierter Kammerorchester wie dem Scottish Chamber Orchestra und ist seit 2003 Erster Soloklarinettist an der Bayerischen Staatsoper. Aufnahmen für verschiedene Rundfunksender.


Bilder vom Event

Fotos: Thomas Schwarz
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