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Johann Sebastian Bach: Goldberg-Variationen

Konzert-Abend

mit Elizabeth Hopkins

Johann Sebastian Bach:
Goldberg-Variationen

Das Werk
Die Goldberg-Variationen BWV 988 markieren die Schwelle zu Bachs Spätwerk und beinhalten zugleich den größten und ihrer Substanz nach gewichtigsten Zyklus in Variationsform in der Musik vor 1800. Vergleichbare Werke wie die Diabelli-Variationen von Beethoven entstanden erst in jüngeren Musikepochen. Das Werk für Cembalo wurde 1742 in Nürnberg zum ersten Mal verlegt, und zwar als vierter und letzter Teil der Klavierübungen. Die Melodie der Aria, die den Variationen zugrunde liegt und am Ende wiederholt wird, findet sich bereits 1725 im zweiten Klavierbüchlein für Bachs Gattin Anna Magdalena.
Zusätzlich zu seinem Amt als Thomaskantor unterrichtete Bach die Studenten der Leipziger Universität, denen er eigene Kompositionen als Übungsmaterial zur Verfügung stellte. Die Goldberg- Variationen sind jedoch nicht zunächst als Clavierübungen zu begreifen und werden wohl erst nachträglich in dieses Korpus eingegliedert worden sein.
Über einen anderen Entstehungsanlass berichtet der erste Bachbiograf Johann Forkel: Bach besuchte häufig seinen Sohn Wilhelm Friedemann in Dresden, Organist an der dortigen Sophienkirche, und lernte durch ihn den russischen Gesandten am kursächsischen Hof und Musikkenner Hermann Carl von Keyserlingk kennen. Dieser vermittelte ihm den jungen Johann Gottlieb Goldberg als Klavierschüler.
Denn der Graf kränkelte viel und hatte dann schlaflose Nächte. Goldberg, der bey ihm im Hause wohnte, mußte in solchen Zeiten in einem Nebenzimmer die Nacht zubringen, um ihm während der Schlaflosigkeit etwas vorzuspielen. Einst äußerte der Graf gegen Bach, daß er gern einige Clavierstücke für seinen Goldberg haben möchte, die so sanften und etwas muntern Charakters wären, daß er dadurch in seinen schlaflosen Nächten ein wenig aufgeheitert werden könnte. Bach glaubte, diesen Wunsch am besten durch Variationen erfüllen zu können ...
Dieses in der Musikwissenschaft umstrittene Motiv lässt sich einem Passus aus dem Titelblatt zuordnen, in dem es heißt, das Werk sei Denen Liebhabern zur Gemüths-Ergetzung verfertigt worden. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass barocke Titel von einer uns heute schwülstig erscheinenden Formelhaftigkeit geprägt sind, die sich auch an den Ergebenheitsadressen zeigt.
Andererseits lässt der im Titelblatt verwendete Begriff "verschiedene Veränderungen" die extrem mathematisch durchkonstruierte Anordnung der genau aufeinander abgestimmten Variationen kaum erkennen. Für den Komponisten hat sich die Mühe allemal gelohnt.
Denn Forkel teilt noch mit: Bach ist vielleicht nie für eine seiner Arbeiten so belohnt worden, wie für diese. Der Graf machte ihm ein Geschenk mit einem goldenen Becher, welcher mit 100 Lousid’or angefüllt war.


Die Interpretin
Elizabeth Hopkins, in Schottland geboren, erhielt ihre Ausbildung am Londoner Trinity College of Music, der Münchner Hochschule für Musik und am Mozarteum in Salzburg.
Seit vielen Jahren tritt sie als Solopianistin und Kammermusikerin im In- und Ausland auf. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf den seit 1995 von ihr gestalteten Gesprächskonzerten, die das Publikum in die Welt der Klassik einführen. So konzipiert und moderiert sie in der "Blackbox" des Münchner Gasteig die "Meisterwerke am Mittwoch". Im vergangenen Jahr stellte die Reihe Beethovens Violinsonaten (mit Boris Kucharsky) vor. Auch in die Goldberg- Variationen führt die Interpretin zu Beginn ein.


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