Musical ist die Kurzform für eine Gattung des Musiktheaters, die im anglo-amerikanischen
Raum noch präziser nach Musical Comedy und Musical Play unterschieden wird. Comedy
lenkt die
Zuschauer eher von Alltagsproblemen ab, bei Play stehen existentielle Daseinsnöte im Mittelpunkt.
Dieses typisch amerikanische Produkt hat dennoch eindeutig europäische Wurzeln: Bereits die englische Balladenoper vereinigte im 18. Jahrhundert erfolgreich Volkstümlichkeit, Gesellschaftskritik und
Evergreens. Von der deutsch-österreichischen Operette des 19. Jahrhunderts übernahm das Musical die weit entwickelte formale Struktur. Und die Broadway-Produzenten haben sich von den großen Pariser Ausstattungs-Revuen anregen lassen.
Von Anfang an war das Streben nach kommerziellem Erfolg eine wichtige Stimulanz für die Entwicklung dieser Mischgattung aus Tanz, Schauspiel und Gesang. Den jeweiligen Zeittrends gegenüber aufgeschlossen und sehr wandlungsfähig, legt das Musical Wert auf
Alltagsnähe, Umgangssprache und eine schlüssige Handlung. Zunehmend
treten Lichteffekte und eine sparsame Andeutung der Kulissen an die Stelle opulenter Bühnenbilder.
Die Abraxas-Künstlerinnen und -künstler präsentieren an diesem Abend Balladen und so genannte
"Up-tempos" aus zumeist modernen Musicals, die im Vergleich zu den klassischen Werken des Fachs (wie z. B.
"My Fair Lady" oder "Kiss Me, Kate!") eine neuere Gesangstechnik erfordern und damit dem Pop-Genre sehr nahe
kommen.
Viele heutige Musical-Produzenten verlangen deshalb, dass bei einem Casting ein Pop-Song vorgetragen wird. Die Abraxas-Musical-Akademie passt sich diesem Trend an und achtet darauf, dass ihre Schülerinnen und Schüler
Lieder aus dem Pop-Bereich in
ihr Repertoire aufnehmen. Daher wird auch der eine oder andere Pop-Song im
Konzertprogramm zu hören sein.
Für weitere Abwechslung sorgen Duette, Chorlieder und eine Step-Einlage.
Die diesjährige Abschlussklasse besteht aus dreizehn Schülerinnen und Schüler (von anfänglich dreißig!),
die Ende Mai 2005 mit dem Broadway-Musical "Working" ihre Diplomarbeit im Vollmarhaus-Theater in München
präsentieren werden.
Titel
Musical
Interpretation
I'm Getting Married in the Morning
"My Fair Lady", 1956
Frederick Loewe (Musik)
Alan J. Lerner (Text/Buch)
Ensemble
I Got Rhythm
"Crazy For You", 1992*
George Gershwin (Musik)
Ira Gershwin (Text)
Ken Ludwig (Buch)
Stella Rothuysen
I'm Leaving You
"The Life", 1997
Cy Coleman (Musik)
Ira Gasman (Text)
Nadia Tamborrini
A World Without You
"Children of Eden", 1991
Stephen Schwartz (Musik/Text)
John Caird (Buch)
Robert Schmelcher
Lock at Me Now
"The Wild Party", 2000
Andrew Lippa (Musik/Text/Buch)
Bea Rohner
Let Me Drown
Rolf Sommer
The Life at the Party
Désirée Breitenmoser
Hot Stuff
Popsong, Original gesungen von Donna Summer
Giorgo Moroder (Musik)
Donna Summer (Text)
Ines Egger
Wann kann ich Dir trauen?
"Kiss Me, Kate!", 1948
Cole Porter (Musik/Text)
Sam und Bella Spewack (Buch)
Günter Neumann (dt. Übers.)
Sonja Perk
Ascot Gavotte
"My Fair Lady", 1956
Frederick Loewe (Musik)
Alan J. Lerner (Buch/Text)
Ensemble
------------ Pause------------
Irish Step
Stepptanz von Michael Kitzeder (Choreografie)
Ensemble
Big Blond and Beautiful
"Hairspray", 2002*
Marc Shaiman (Musik/Text)
Thomas Meehan und Mark O'Donnell (Buch)
Gina Hudson
For Your Eyes Only
Popsong, Original gesungen von Sheena Easton
Bill Conty (Musik/Text)
Inci Emül
Dich kennen heißt Dich lieben
"Mozart", 1999
Sivester Levay (Musik)
Michael Kunze (Text)
Bea Rohner und
Robert Schmelcher
I Wanna Be a Producer
"Producers", 2001*
Mel Brooks (Musik/Text/Buch)
Christian Sollberger
I Know the Truth
"Aida", 1999
Elton John (Musik)
Tim Rice (Text)
Linda Woolverton (Buch)
Jenny Schlensker
A Step Too Far
Gina Hudson,
Jenny Schlensker
und Christian Sollberger
* Die Jahreszahlen beziehen sich auf die Uraufführung des angegebenen Musicals.
Der vorgetragene Song wurde aber schon früher in anderen (Film-)Produktionen verwendet.
Mitwirkende
Die Abschlussklasse 2005 der Abraxas Musical Akademie, München:
Désirée Breitenmoser, Ines Egger, Inci Emül, Gina Hudson, Barbara Obermeier, Sonja Perk, Bea Rohner,
Stella Rothuysen, Jenny Schlensker, Robert Schmelcher, Christian Sollberger, Rolf Sommer und Nadia Tamborrini
Begleitung am Flügel:
Stellario Fagone und Holger Jung
Die Einnahmen des Abends stellte die SWW den Opfern der Flutkatastrophe in Asien zur Verfügung. Auch die Künstler verzichteten auf ein Honorar. Das Geld erhielt die Unicef-Gruppe München für ihr Flutopfer-Projekt.
Die tz München-Redaktion, die mit der Unicef eine Medienpartnerschaft unterhält, stellte zu diesem Zweck Plakate und verplombte Sammelbüchsen zur Verfügung, in die 615,55 Euro an Spendengeldern eingingen.
Zusammen mit dem Honorar-Anteil und einem Aufrundungsbetrag, den die SWW zusätzlich aufbrachte, konnten der Unicef insgesamt eintausend Euro überwiesen werden.