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6. April 2006
| Das Leben ist jetzt |
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In Verbindung mit der Buchhandlung Lentner, München
Mit traditioneller chinesischer Live-Musik
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| Zwischen Konsum & Kulturrevolution |
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Die SWW, in der Menschen aus mehreren Kulturkreisen leben und arbeiten, richtet ihren Blick auf die Gegenwartskunst in
China. Mit Unterstützung der Buchhandlung Lentner zeigen wir in einer Fotoausstellung Teile der Sammlung Sigg.
Der ehemalige Schweizer Botschafter in China und seine Frau beobachten seit den 80er-Jahren die Szene und besitzen mehr
als 1200 Arbeiten von rund 180 Künstlern. Sie reflektieren den noch bis in die späten 70er-Jahre von der Kommunistischen Partei vorgeschriebenen Sozialistischen Realismus in ironischer
Brechung. So, wenn auf ein Porträt Maos ein rotes Gitternetz gelegt oder dessen ideal überhöhte Ikonografie auf eine
junge Frau übertragen wird. Statussymbole westlicher
Konsumkultur werden respektlos integriert, wenn sich das Coca-Cola-Logo auf einer alten Han-Vase wiederfindet. Daneben
erscheint die schöne neue Welt megalomaner Star-Architektur als Staffage für hintersinnige Inszenierungen und
spektakuläre Aktionen. |
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| Neue Erzählungen aus China |
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In Peking, Shanghai und Nanjing hat der Sinologe Frank Meinshausen die literarische Szene durchkämmt und für diese
Anthologie 11 Erzählungen ausgewählt. Die Autoren wurden in den 60er/70er-Jahren geboren und veröffentlichten ihre
Texte bislang in Literaturzeitschriften der Subkultur und in Kleinverlagen sowie im Internet.
Den inhaltsleeren Phrasen der früheren sozialistischen Literatur setzen sie die Darstellung des schwelenden
Generationenkonflikts und die drastische Beschreibung der von Materialismus und Werteverlust geprägten Wirklichkeit
entgegen. Erzählt wird vom aufreibenden Alltag in den boomenden chinesischen Megastädten und dem hedonistischen Leben
ihrer Altersgenossen im Künstlermilieu. Deutlich wird aber auch, wie der Drang nach Freiheit in selbstzerstörerische
Absturzbiografien mündet, mit unerfüllten Sehnsüchten und Einsamkeit auf technologisch höchstem Niveau.
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| Zhang Xian: Drängeln |
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Diesen Drehbuchtext hat ebenfalls Frank Meinshausen übersetzt. Nach der Buchvorstellung seiner Anthologie gibt er an
diesem Abend eine Einführung in das 1994 entstandene Stück. In Europa wurde es erst im letzten Jahr von den
Schauspielerinnen Monika Manz und Sacha Anema uraufgeführt. Diese szenische Lesung können Sie bei der SWW noch einmal
erleben.
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Ein sitzender Fahrgast bedrängt und schikaniert einen stehenden Mitfahrer. Der lässt sich jedoch nicht provozieren und
überwindet am Ende die unheilvolle Situation, die im übertragenen Sinn auch als geistige Enge verstanden werden
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| Tendenzen neuer chinesischer Kunst |
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Seit dem Beginn der Reformpolitik der Ära nach Mao 1979 hat sich in China in kurzer Zeit trotz der weiterhin
schwierigen Bedingungen für die unabhängige Kunstproduktion eine äußerst vielfältige und dynamische Szene entwickelt.
Die chinesischen Künstlerinnen und Künstler haben dabei rasch Anschluss an die internationale Kunstszene gefunden und
bedienen sich in virtuoser Weise der im Westen entwickelten Medien, Techniken und Ausdrucksmittel. Dennoch bleiben die
spezifisch chinesischen Wurzeln spürbar. So ist etwa der hohe Stellenwert der figurativen Malerei charakteristisch.
Ein anderes wichtiges Thema ist die parodierende oder reflektierende Verarbeitung westlicher Kunst(geschichte) aus
chinesischer Pespektive. Vor allem aber ist die chinesische Avantgardekunst vor dem Hintergrund der enormen sozialen
und ökonomischen Umwälzungen der letzten Jahrzehnte zu sehen. Erkennbar wird die Spannung zwischen den offiziell noch
gültigen sozialistischen Idealen und dem durch die kapitalistischen Reformen freigesetzten Konsumismus.
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Flyer im PDF-Format
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