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14. Februar 2006

Konzert zum Valentinstag



Der Valentinstag - Tag der Liebenden

Valentinskonzert Schaufensterdekorationen, Aktionsflächen und massive Werbung vor allem der Floristen und Süßwarenindustrie kündigen in jedem Jahr das Herannahen des Valentintages am 14. Februar an. Der Geschäftswelt ist es gelungen, diesen Tag als weiteren säkularen Geschenktermin neben dem Muttertag fest im Bewusstsein ihrer Kunden zu etablieren. Speziell Liebespaare fühlen sich an diesem Tag in die Pflicht genommen. Moderne Hagiografien erkennen dem Tagesheiligen Valentin von Terni sogar ein Patronat für Verlobte und "gute Heirat" zu. Dieser Vorgang erweist sich jedoch als sekundäre Projektion. Den Schlüssel für die Herleitung dieser populären Bräuche liefert ein Blick auf die Liturgietexte des Tages. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass der 14. Februar lange der konkurrierende Termin für das heute am 2. Februar begangene Fest Mariä Reinigung war, das im Anschluss an ältere Bräuche auch als Mariä Lichtmess bekannt ist.

Thema ist das Reinigungsopfer Mariens (2 Tauben), das sie gemäß den jüdischen Vorschriften 40 Tage nach der Geburt ihres Sohnes zu vollziehen hatte. Der heutige frühere Termin ergab sich aus der alternativen Zählung dieser Frist ab dem 25. Dezember, statt, wie noch in der Ostkirche, vom 6. Januar an, dem Erscheinungsfest.
Im Tempel kam es zu der Begegnung u. a. mit dem greisen Priester Simeon, der in Jesus den verheißenen Messias erkannte. Entscheidend für das Verständnis der Bräuche des Valentintages ist, dass in den liturgischen Texten und Predigten dieser Auftritt Jesu im Tempel als die Ankunft des Bräutigams (Christus) bei seiner Braut (der Kirche) interpretiert wurde.
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Das abgebildete Gesangsblatt beginnt mit den Worten: "Schmücke dein Gemach, Zion, und empfange den König Christus". Die vom Hohenlied stark beeinflusste mittelalterliche Brautmystik und auch ikonografische Vorlagen wie die Turteltauben auf dem Titelblatt der 1616 gedruckten Predigt gaben hervorragende Anregungen für die Liebesbotschaften am Valentinstag.
Die bisher ältesten Zeugnisse dafür stammen aus dem England des 15.Jh. So warb König Heinrich V. mit Valentintagsgedichten um Catherine von Valois, die John Lydgate vertonte und als "Royal Valentines" bekannt wurden. Nach 1723 begann in den USA der Import von Valentinskarten aus England. Noch die Produkte der Luxuspapier-Industrie des 19. Jh. verweisen mit ihren englischen Versen auf das Zentrum dieser Bräuche, die nach dem 2. Weltkrieg auch den deutschen Sprachraum erreichten: "I send you / A token be of Love devine / Oh will't thou be My Valentine."

Yuki Ohira,
YUKI OHIRA - Zum Vergrößern klicken in Chiba (Japan) geboren, erhielt ihren ersten Klavierunterricht mit vier Jahren. Ab 1989 Studium an der Staatlichen Hochschule für Musik in Tokio, anschließend Aufbau- und Solistenstudium (mit Auszeichnung) in Freiburg. Mehrfach wurde Yuki Ohira bei internationalen Wettbewerben mit Preisen ausgezeichnet, z. B. beim Wettbewerb Palma d'Oro in Italien. Meisterkurse bei Dietrich Fischer-Dieskau und Vitali Margulis. Auftritte als Solopianistin und Kammermusikpartnerin u.a. in Deutschland, Japan, Ungarn, Italien und der Schweiz.

Wolfgang Amadeus Mozart:
6 Variationen über Salve tu Domine aus I filosofi immaginarii von Giovanni Paësiello, F-Dur KV 398

Claude Debussy:
Deux Arabesques. 1. Andantino con moto 2. Allegretto scherzando

Claude Debussy:
Estampes. 1. Pagodes 2. La soirée dans Grenade 3. Jardins sous la pluie

Robert Schumann:
Kreisleriana Op.16. 1. Äußerst bewegt 2. Sehr innig und nicht zu rasch 3. Sehr aufgeregt 4. Sehr langsam 5. Sehr lebhaft 6. Sehr langsam 7. Sehr rasch 8. Schnell und spielend


Fotos: Rainer Köfferlein und Thomas Schwarz
Yuki Ohira am 14.Februar 2006 in der SWW - zum Vergrößern klicken Yuki Ohira am 14.Februar 2006 in der SWW - zum Vergrößern klicken


Dank an Prof. Dr. Dietz-Rüdiger Moser, der uns seine Forschungen über den Valentinstag, erschienen in Heft 75 der Literatur in Bayern (2004), zur Verfügung gestellt hat.



Flyer im PDF-Format
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