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5. Dezember 2007

Geschichten zum Advent

Vom Nikolaus zum Weihnachtsmann

Byzantinische Mosaik-Ikone, 9./10. Jahrh.Auf die historische Person des Bischofs Nikolaus von Myra (Demre an der türkischen Südküste) wurden auch Episoden aus dem Leben gleichnamiger Heiliger übertragen. Diese Legenden machten Nikolaus zu einem der populärsten Heiligen überhaupt: zunächst im oströmischen Reich und, nachdem im Jahr 1087 Kaufleute aus Bari (Süditalien) seine Gebeine geraubt hatten, auch im Westen. Für die Gestaltung der Bräuche sind vor allem die Jungfrauen- und Schülerlegende wichtig geworden. Nikolaus bewahrt drei Töchter eines armen Mannes vor dem Bordell, indem er nachts heimlich drei Goldkugeln durchs Fenster wirft. Daher erhalten die Kinder in der Nacht vor seinem Gedächtnistag ebenfalls eine Bescherung.

Nikolaus
Das Kinderpatronat erwuchs Nikolaus aus der Schülerlegende. Das grausige Motiv vom Schlachten dreier Knaben, die vom Heiligen wiedererweckt werden, entstand wohl aufgrund des Kalenders. Denn der Nikolaustag war nach Martini ein zweiter wichtiger Schlachttermin. In der Adventsfastenzeit durfte das Fleisch jedoch nicht verzehrt, sondern musste eingepökelt werden.

F. X. v. Paumgartten, Wien 1820 Fastenzeiten waren stets von kirchlicher Unterweisung geprägt; in der Adventszeit, vor der Geburt des Christkindes, galt sie den Kindern. Überprüft wurde dieses Wissen am Namenstag des Kinderpatrons. Diese Wahl legte auch das Tagesevangelium nahe: Im Gleichnis von den Talenten (Matthäus 25, 14–23) fordert der Hausherr von seinen Knechten Rechenschaft über ihnen anvertraute Geldstücke (Talente), die dann als Kenntnisse der Kinder verstanden werden konnten.

Weihnachtsmann - Schwind Der Weihnachtsmann entwickelte sich aus einer Personifikation des Winters, die in Russland als Väterchen Frost bekannt ist. Populär machte diese Figur vor allem Moritz von Schwind. In einem der ersten, 1848 erschienenen Münchner Bilderbogen stiefelt Herr Winter in vergeblicher Herbergssuche durch die Christnacht, eingehüllt in einen warmen Mantel, während sein Bart zu Eiszapfen gefroren ist. Ein Biograf des Malers berichtet 1898: „In jedem Format, in jedem Material, in jeder Stadt steht der Herr Winter ...auf Hunderten von Weihnachtstischen, vom Jubel der glücklichen Kinder umringt.“ – Inzwischen bemüht sich das Bonifatiuswerk mit Aufklebern um „weihnachtsmannfreie Zonen“.

Die Künstlerinnen

Cornelia SchweitzerCornelia Schweitzer, 1956 in München geboren, Sprecherziehungs-Studium und zusätzliche Schauspielausbildung. Engagements an verschiedenen deutschen Theaterbühnen. Lehrtätigkeit u. a. an der Folkwang Hochschule in Essen. Schauspiel, Oper, Musical sowie Bühne, Kamera und Mikrofon sind der Dozentin für Medienpraxis gleichermaßen vertraut.

Kaoru YamamotoKaoru Yamamoto, aus Toyama (Japan) spielt seit ihrem fünften Lebensjahr Geige. Ihr Hochschulstudium führte sie von Tokio nach München und Freiburg. Vielfach bei Wettbewerben erfolgreich, ist die Dozentin für Meisterkurse international gefragt. Als Solistin und Kammermusikerin tritt sie regelmäßig in renommierten Konzertsälen und im Fernsehen auf.


Unser Überraschungsgast ist kein verkleideter Nikolaus, aber durchaus auf seiner Spur...


Fotos vom Event

Fotos: Thomas Schwarz  
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