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16. Juli 2008

„Das muss einmal gesungen werden“

Ein Gespräch mit Isabelle Scheiber

Die geborene Münchnerin ist seit fünf Jahren beim Münchner Sommertheater.

Bitte zwei Sätze zu Ihrer Theatergruppe!
– Wir sind eine freie Truppe junger, theaterbegeisterter Schauspieler und Musiker. Seit 1990 spielen wir unter Leitung der Theaterautorin und Regisseurin Ulrike Dissmann im Juli klassische Komödie im Amphitheater des Englischen Gartens.

Sebastian Korp, Ramon Bessel und Isabelle Scheiber Daher also der Name. Wie verläuft der Weg vom Mitspielinteresse zum festen Engagement? – Das Münchner Sommertheater fördert junge, talentierte Schauspieler. Es gibt ein ganz normales Casting. Bewerber stellen sich mit einer gut gearbeiteten Rolle vor. Unsere Regisseurin, Frau Dissmann, entscheidet, wer in der aktuellen Produktion die Chance hat mitzuspielen.

Wie finanziert das Münchner Sommertheater seine Aufführungen ohne Eintritt? – Wir werden von einem Förderverein und einer Stiftung unterstützt. Außerdem gehen wir nach der Vorstellung mit dem Hut herum, was ungefähr die Hälfte der anfallenden Kosten deckt. Mit den Mitteln der Stiftung wurde im Jahr 2001 die denkmalgeschützte Remise der Mohrvilla zu einem reizvollen und ungewöhnlichen Theaterraum ausgebaut. Bei schlechtem Wetter finden dort die Vorstellungen des Sommertheaters statt.

Wie werden die Lieder in die Theaterstücke eingebaut? – Die Lieder entstehen während der Probenzeit. Sie sind inspiriert von musikalisch anregenden Szenen im Stück. Die Lieder sind der unumstrittene Höhepunkt jeder Inszenierung des Münchner Sommertheaters. Unsere Lieder thematisieren alles Menschliche, Lust und Leid, wie es auch im Theater dargestellt wird. Sie spannen einen Bogen vom Lustigen zum Ernsten: Sie sind witzig, aber kein Kabarett, poetisch, aber mit Augenzwinkern, Isabelle Scheiberamüsant und dennoch tiefgründig. Seit drei Jahren treten wir mit einem Programm dieser Lieder, auch losgelöst von den Theaterstücken, auf. Sowohl von den Hörspielversionen der Inszenierungen als auch von den Liedern gibt es tolle Höraufnahmen auf CD. Sie sind bei den Vorstellungen, im Buchhandel oder auch über unsere Website (www.muenchner-sommertheater.de) zu beziehen.

Was spielen Sie denn in diesem Jahr? – Wir spielen „Helden“ von George Bernard Shaw. Premiere ist am Freitag, 4. Juli um 21.00 Uhr. Wir freuen uns schon wieder auf zahlreiche Zuschauer – und Zuhörer!

Programm

  • „Eine Hälfte der Bevölkerung“ Pygmalion (Shaw)
  • „Männer, Männer, Männer“ Pygmalion (Shaw)
  • „Mascha, Sonja, Dunja, Olga“ Die Heirat (Gogol)
  • „Erst wenn man wirklich weiß“ Die Heirat (Gogol)
  • „Kommt einen Gott wie mich“ Amphitryon (Kleist)
  • „Wozu ward der Mann geschaffen“ Amphitryon (Kleist)
  • „Mir ist oft morgens schon irgendwie“ Der eingebildete Kranke (Molière)
  • „Wer auf seiner Lebensreise“ Der zerbrochne Krug (Kleist)

      * * * * * * * * * * * * P A U S E * * * * * * * * * * * *

  • „Geld regiert die Welt!“ Der Geizige (Molière)
  • „Man muss sich mit dem Leben“ Bunbury (Wilde)
  • „Wer noch gesund ist“ Der eingebildete Kranke (Molière)
  • „Seit vor undenklichen Zeiten“ Der zerbrochne Krug (Kleist)
  • „Die Kochkunst ist von allen schönen Künsten“ Der Geizige (Molière)
  • „Iwan Kusmitsch, Iwan Kusmitsch“ Die Heirat (Gogol)
  • „Es lässt der Herbst schon“ Bunbury (Wilde)
  • „Wenn wir das Leben einmal“ Der eingebildete Kranke (Molière)
  • „Ist das Leben krumm und kraus“ Pygmalion (Shaw)

Texte und Melodien: Ulrike Dissmann

Bildergalerie

Fotos: Rainer Köfferlein, Susanne Lehnfeld

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