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Starkbierfest
10. März 2010 19.30 Uhr
Bernhard Butz und Michael Stephan präsentieren Georg Queri
Georg Queri (1879 - 1919)
Sein Geburtshaus in Frieding nahe dem Kloster Andechs ist heute „Der Obere Wirt zum Queri“. Er wuchs in Starnberg auf; ein Hüftgelenksbruch beim Schulsport ließ ein verkürztes Bein zurück, sodass er zeitlebens hinkte. Queri macht sich seit 1902 als Lokal- und Gerichtsreporter Münchner Zeitungen einen Namen. Wenige Jahre später gerät er selbst mit der Justiz in Konflikt: 1908 in der Eulenburg-Affäre, 1911 und 12 wegen seiner Skandal erregenden Studien über „Bauernerotik und Bauernfehme in Oberbayern“ und „Kraftbayrisch“, heute volkskundliche Standardwerke. Damals retteten ihn Gutachten von Otto Maußer, Ludwig Ganghofer und Ludwig Thoma vor der Verurteilung.
Letzteren hatte er 1909 in Oberammergau kennengelernt: Der Dichter besuchte dort Verwandte im sog. Verlegerhaus, in dem er geboren wurde, und Queri edierte den hier aufbewahrten ältesten Text des Passionsspiels. Über dessen Rang und den Charakter der Einwohner kam es 1910 zu einem publizistischen Streit mit Lion Feuchtwanger. 1913 gab er mit Thoma das „Bayernbuch“ heraus, eine Anthologie mit 100 Autoren aus 1000 Jahren. Als Schriftleiter des „Starnberger Land- und Seeboten“, Redakteur der „Jugend“, Kriegsberichterstatter Berliner Blätter blieb er stets auch Journalist.
Nach der Novemberrevolution 1918 war er seit Februar 1919 Mitglied im Arbeiterrat und Sozialdemokratischen Verein in Starnberg, trat enttäuscht im Juni jedoch wieder aus. – Der bedeutendste Teil des Werkes sind wohl seine Mundartverse, „die so tun, als wüssten sie nichts von ‚Dichtung’“ (Hans Pörnbacher). Dabei galt sein Interesse von jeher den Schnaderhüpferln und Habererversen.
Queri wettert gegen das Klischee vom „Roman-Bayern“ und möchte ihm die „echten Dokumente des Volkslebens“ gegenüberstellen. Seine satirisch-humoristischen Schriften, darunter die „Schnurren des Rochus Mang“, „Die weltlichen Gesänge des Egidius Pfanzelter von Polykarpszell“ und „Der wöchentliche Beobachter von Polykarpszell“, bleiben jedoch nicht frei von Einseitigkeiten; den Altbayer repräsentiert vor allem der Bauer.
„Das Bauernjahr hat zwei große Abschnitte: harte Arbeit und Zeit der Rast. In die Zeit der Rast fällt der Genuss. Er muss sich dem bäuerlichen Leben anpassen und primitiv sein: der Trunk, der Tanz, das Lied, der Geschlechtsverkehr.“ Auch Thomas Charakterisierung „Wo Queri war, saß Altbayern mit seinem breiten Lachen und seinem schlagfertigen Witze am Tische“ sowie „tüchtig und derb und in der Derbheit gutmütig und heimatfroh“ blendet Manches aus und muss gehörig hinterfragt werden.
Mitwirkende
Michael Stephan, Leiter des Stadtarchivs München, Herausgeber eines Georg-Queri-Lesebuchs im Buchendorfer Verlag, das in Zusammenhang mit einer Ausstellung im Staatsarchiv München entstand, verschiedener Einzelausgaben der Werke Queris im Allitera Verlag sowie (zusammen mit Bernhard Butz) deren Audio-Edition im Verlag Dölling & Galitz (bislang 4 CDs).
Bernhard Butz, Münchner Schauspieler und Rezitator; zahlreiche Rollen bei Theater, Film und Fernsehen. 
Die Goldberg Musi aus Bruckmühl und Umgebung spielt mit Karl-Heinz Salzborn, (diatonische Ziach), Christina Weber (Hackbrett), Matthias Ottich (Basstrompete, Fentilposaune), Thomas Weinzierl, (Tuba, diatonische Ziach), und Hildegard Fischer (Gitarre).
Dank
Wir servieren das traditionsreiche Salvator-Starkbier der Brauerei Paulaner, die unser Fest auch in diesem Jahr wieder großzügig unterstützt.
Bildergalerie
Fotograf: Dieter Schnöpf
Flyer im PDF-Format | nach oben
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