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  Anerkennung, Liebe, Hoffnung …
Der Wunsch, dem eigenen Leben einen Sinn zu verleihen, hat seit jeher die Geschicke
der Menschen getrieben. Doch ist der Lebensweg einmal eingeschlagen, dann gelingt
es nicht immer, die ausgetretenen Pfade zu verlassen.
Von den kleinen Größen und den großen Schwächen der Menschen handelt auch Tschechows Onkel Wanja. Hin und her gerissen zwischen der Illusion ihrer Sehnsucht und der Einsamkeit ihres Daseins, irren die Protagonisten im großen Haus umher, bäumen sich alle ein letztes Mal auf, versuchen zu lieben, zu hassen, zu zerstören …
In „Wildwechsel“ orientieren sich „Die Blindgänger“ entfernt am Original. Doch sie lösen die Darstellung der Konflikte und Beziehungen auf ihre eigene Weise. Dem Wechselbad der Gefühle stehen Bewegungsabläufe und bildhafte Szenen gegenüber. Die Zerlegung von Raum und Zeit, die Untermalung der Zusammenhänge durch Klänge, Ton und Text werden immer wieder überraschend präsentiert.
Andere über uns | Flyer „Wildwechsel“ | Plakat TamS theater
Theaterarbeit mit Blinden und sehbehinderten Menschen |
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Blinde und Sehbehinderte befinden sich bereits im Alltag in einer unfreiwilligen Bühnensituation: In der Öffentlichkeit ziehen sie rasch neugierige oder besorgte Blicke auf sich. Professionelle Theaterarbeit hilft zunächst einmal, durch die spielerische Erweiterung eigener sprachlicher und körperlicher Ausdrucksformen mit solchen Situationen leichter umzugehen.
Pädagogischer Anspruch und therapeutischer Nutzen sind dabei keinesfalls gering zu veranschlagen. Die Akteure lernen die Bewegungsmuster ihres Körpers besser kennen und gezielt einzusetzen. Die Darstellung starker Gefühle wie Wut, Angst, Trauer oder Freude trägt dazu bei, innere Spannungen zu kanalisieren und Blockaden zu lockern. Lautes Reden und Schreie haben auch von daher ihren Sinn, wie denn überhaupt die Proben genauso wertvoll sind wie die eigentliche Aufführung. Das Instrument des Schauspielers ist sein Körper, deren Ausdrucksformen er auf diese Weise einzusetzen lernt - diese Fähigkeit hilft ihm dann auch im normalen Alltag.
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Eine ernst zu nehmende Theaterarbeit bietet jedoch neben ihren pädagogisch-therapeutischen Aspekten zugleich eine künstlerische Perspektive, ausgehend von der Persönlichkeit des Darstellers. Geburtsblinde sind in ihrer mimischen Ausdrucksfähigkeit zunächst eingeschränkt; Sehbehinderte verfügen über eine besondere Art von Wirklichkeitserfahrung und haben entsprechende Kommunikationsformen entwickelt. Ungenormtes wird daher auf der Bühne nicht abgeschliffen, sondern ebenso wie besondere Fähigkeiten als Potenzial erkannt.
In diesem Zusammenhang ergibt sich die Möglichkeit, an andere traditionelle Formen des Theaters anzuknüpfen, die an die Stelle realistischer Gestaltung eher die Konstruktion von Wirklichkeiten setzen, wie es beispielsweise das mittelalterliche Mysterienspiel, die barocke Allegorie oder das Absurde Theater der Nachkriegszeit getan haben. Ebenfalls bewährte Gestaltungsmittel waren Gruppen- und Stimmenchoreographien.
Bühnentechnik zeichnete sich schon immer durch ihre Innovationsfreude aus; die "Herrschaft der Mechanisierung" begann häufig genug auf dem Theater. Ein Vorzug des Schwarzlichts besteht darin, dass es den behinderten Akteuren die Orientierung auf der Bühne erleichtert und zugleich den Zuschauern hilft, für die physische Wahrnehmungswelt Sehgeschädigter Verständnis zu entwickeln.
Dass Blinden die Inspiration durch nonverbale Kommunikationselemente weitgehend fehlt, stellt eine Herausforderung dar. Ziel bleibt es, "Blindheit" auf der Bühne nicht unsichtbar, sondern unwichtig zu machen.
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Die Anfänge der Theaterarbeit in der SWW |
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Die Teilnahme an einem Jugendwettbewerb gab im Jahr 2002 den Anlass, ein Theater-Projekt innerhalb der Werkstatt für Sehgeschädigte als arbeitsbegleitende Maßnahme unter der Leitung der Werkstattleiterin Kunigunde Thiess zu initiieren. Sie führte zu Beginn selbst Regie und Choreographie, zum Beispiel bei dem Stück "Der Garten", das das Leitbild der SWW thematisierte. Inzwischen probt das Ensemble aus etwa ein Dutzend behinderten Mitarbeitern über einen längeren Zeitraum hinweg in der Regel ein Mal wöchentlich jeweils ein neues Stück. Auf diese Weise erweitert sich das Repertoire der Theatergruppe von Jahr zu Jahr. Auch der künstlerische Anspruch konnte durch die Verpflichtung von professionellen Mitarbeitern wie der Regisseurin Sacha Anema kontinuierlich gesteigert werden. Seit dem Jahr 2004 ist das Ganze zusätzlich als ein Integrationsprojekt angelegt mit einer professionellen Schauspielerin und einer professionellen Tänzerin. Seit diesem Jahr tritt dieses Ensemble unter dem Namen "Die Blindgänger" auf.
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| Professionelle Regiearbeit |
Blinden und sehbehinderten jungen Erwachsenen mit häufig noch zusätzlichen Behinderungen ist es kaum möglich, sich auf klassische Theaterformen aristotelischer Prägung mit ihrer stringenten und strengen Dramaturgie einzulassen. Auch ist das Kriterium der Haupt- oder Nebenrolle für sie irrelevant, denn letztlich bleiben die Akteure immer sie selbst. So spielt das Ensemblemitglied Manfred einen "Wartenden", "Essenden" oder "Suchenden", jedoch konkret einen wartenden, essenden, suchenden Manfred, abgehoben von Zeit und Raum.
Den besonderen Ansprüchen, die für die Theaterarbeit der SWW gelten, scheinen Formen des offenen Dramas eher entgegen zu kommen: Es gibt keine Einteilung in Akte, das Stück beginnt unvermittelt und endet offen. Bei aller Emotionalität geht es nicht in erster Linie um die Psychologie der Figur, eher darum, den Zuschauer zum Nachdenken anzuregen. "Chorische", gruppenrelevante Elemente lassen die einzelnen Schauspielerinnen und Schauspieler "demokratisch-gleichberechtigt" in Erscheinung treten. Sinneseindrücke wie musikalische und Bewegungselemente sowie phantastische Sequenzen zeichnen das Geschehen aus, weniger die Handlung auf der Bühne. |
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Somit wird schnell klar, dass nicht eine zu erarbeitende Endfassung im Mittelpunkt stehen kann, sondern eher pädagogisch-therapeutische und vor allem künstlerische Aspekte, die das Ganze zu einem work in progress machen. Akteure und Zuschauer werden zu einer Entdeckungsreise eingeladen. Da die Theaterarbeit der SWW als Integrationsprojekt mit Behinderten, Betreuungspersonal und Profis angelegt ist, besteht die willkommene Möglichkeit, dass letztere zusätzlich "Kontrastpunkte" setzen und von "außen" neue Dimensionen einbringen. |
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| "Eile mit Feile" |
Nach dem Gedicht "ich heiße wie ich heiße wie ich heiße ..."
des österreichischen Sprachakrobaten Ernst Jandl
Konzept, Regie und Choreographie: Sacha Anema
Dauer: etwa 45 Minuten
Premiere: 25. September 2003
Das Stück spielt in einem Bahnhofs-Wartesaal, wo einander fremde Menschen sich für kurze Zeit begegnen und die Erfahrung machen, dass Selbstverständliches leicht kippen kann. Der Einsatz von Schwarzlicht sowie ein spezieller Musik-Mix unterstützen den Wechsel zwischen Traumsequenzen und Rückkehr in die Wirklichkeit.
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| "Der Ausflug" |
Konzept, Regie und Choreographie: Sacha Anema
Tanz: Susie Wimmer
Stimme: Monika Manz
Dauer: etwa 60 Minuten
Premiere: 2. Dezember 2004
In diesem Stück geht es um zeitlose Themen, wie sie auch im Märchen gestaltet werden, hier allerdings als Gruppenerlebnis: Aufbruch und Heimkehr, Angst vor dem Unbekannten, nie nachlassende Wünsche, Bewähren in Gefahren und Entdeckung verborgener Kräfte - ein "Ausflug" in die Erlebniswelt menschlicher Grunderfahrungen. | |
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| Voraussetzung für Gastspielauftritte |
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Auftritte unserer Theatergruppe sind in ganz Deutschland und darüber hinaus auch in anderen europäischen Ländern möglich. Technische Voraussetzungen sind eine normale Bühne ohne Kulissen von etwa dreißig Quadratmetern (eine transportable Bühne ist vorhanden), die Anschlussmöglichkeit für eine Tonanlage, ein Starkstromanschluss für die Beleuchtung und für das Jandl-Stück ein Raum, der verdunkelt werden kann.
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| Wie Sie uns weiterhelfen können |
Die Aufführungen finanzieren sich nur zum Teil über die Eintrittsgelder. Möchten Sie die weitere Entwicklung unseres SWW-Theaters unterstützen, sind wir Ihnen für eine Spende dankbar.
Unsere Bankverbindung:
Evangelische Kreditgenossenschaft eG
BLZ 520 604 10
Konto-Nr. 3408884
Stichwort "SWW-Theater".
Außerdem sucht unsere Theatergruppe dringend personelle Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer für auswärtige Auftritte.
Kontakt:
Kunigunde Thiess
c/o SWW Roßtalerweg 2-4,
D-81549 München
Telefon 089/6 93 46-3 05
E-Mail: Thiess-Kunigunde@SWW-Muenchen.de
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