14. Februar 2007
Valentins-Konzert
Der Valentinstag – Tag der Liebenden
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Der Geschäftswelt ist es gelungen, den Valentinstag am 14. Februar als weiteren säkularen Geschenktermin neben Geburtstag und Muttertag fest im Bewusstsein ihrer Kunden zu etablieren. Speziell Liebespaare fühlen sich an diesem Tag in die Pflicht genommen. Moderne Hagiografien erkennen dem Tagesheiligen Valentin von Terni sogar ein Patronat für Verlobte und "gute Heirat" zu. Dieser Vorgang erweist sich bei genauerer Betrachtung jedoch als sekundäre Projektion.
Den Schlüssel für die Herleitung dieser populären Bräuche liefert ein Blick auf die Liturgietexte des Tages. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass der 14. Februar lange der konkurrierende Termin für das heute am 2. Februar begangene Fest Mariä Reinigung war, das im Anschluss an ältere Bräuche auch als Mariä Lichtmess bekannt ist.
Thema ist das Reinigungsopfer Mariens (2 Tauben), das sie gemäß den jüdischen Vorschriften 40 Tage nach der Geburt ihres Sohnes zu vollziehen hatte. Der heutige frühere Termin ergab sich aus der alternativen Zählung dieser Frist ab dem 25. Dezember, statt, wie noch in der Ostkirche, vom 6. Januar an, dem Erscheinungsfest.

Im Tempel kam es zu der Begegnung u. a. mit dem greisen Priester Simeon, der in Jesus den verheißenen Messias erkannte. Entscheidend für das Verständnis der Bräuche des Valentinstages ist, dass in den liturgischen Texten und Predigten dieser Auftritt Jesu im Tempel als die Ankunft des Bräutigams (Christus) bei seiner Braut (der Kirche) interpretiert wurde.
Das abgebildete Gesangsblatt beginnt mit den Worten: "Schmücke dein Gemach, Zion, und empfange den König Christus". Die vom Hohenlied stark beeinflusste mittelalterliche Brautmystik und auch ikonografische Vorlagen wie die Turteltauben auf dem Titelblatt der 1616 gedruckten Predigt gaben hervorragende Anregungen
für die Liebesbotschaften am Valentinstag. Die bisher ältesten Zeugnisse dafür stammen aus dem England des 15. Jh. So warb König Heinrich V. mit Valentinstagsgedichten um Catherine von Valois, die John Lydgate vertonte und als "Royal Valentines" bekannt wurden. Nach 1723 begann in den USA der Import von Valentinskarten aus England. Noch die Produkte der Luxuspapier-Industrie des 19. Jh. verweisen mit ihren englischen Versen auf das Zentrum dieser Bräuche, die nach dem 2. Weltkrieg auch den deutschen Sprachraum erreichten: "I send you / A token be of Love devine / Oh will’t thou be My Valentine."
Dank an Prof. Dr. Dietz-Rüdiger Moser, der uns seine Forschungen über den Valentinstag, erschienen in Heft 75 der Literatur in Bayern (2004), zur Verfügung gestellt hat.
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Die Künstlerinnen
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Die Japanerin Yuki Ohira studierte ab 1989 an der Staatlichen Hochschule für Musik in Tokio, dann Aufbau- und Solistenstudium in Freiburg. Meisterkurse bei Dietrich Fischer-Dieskau und Vitali Margulis. Internationale Preise und Auftritte als Solopianistin und Kammermusikpartnerin.
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Die Japanerin Kaoru Yamamoto studierte in Tokio, München und Freiburg. Nach Wettbewerbs-Gewinnen ist die Dozentin für Meisterkurse international gefragt. Als Solistin und Kammermusikerin tritt sie regelmäßig in renommierten Konzertsälen der Welt und im Fernsehen auf. |
Programm
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Ludwig v. Beethoven:
Sonate Nr. 8 G-Dur op. 30 Nr. 3
Allegro assai – Tempo di Minuetto,
ma molto moderato e grazioso – Allegro vivace
Robert Schumann:
Kinderszenen op. 15
Von fremden Ländern und Menschen – Kuriose
Geschichte – Haschemann – Bittendes Kind –
Glückes genug – Wichtige Begebenheit –
Träumerei – Am Kamin – Ritter vom Steckenpferd
– Fast zu ernst – Fürchtenmachen –
Kind im Einschlummern – Der Dichter spricht
Henryk Wieniawski:
Fantasie Brillante sur
Gounod’s "Faust", op. 20
Joh. Brahms:
Sonate Nr. 1 G-Dur op. 78
Vivace ma non troppo – Adagio – Allegro molto moderato |
Fotos: Thomas Schwarz
Flyer im PDF-Format
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