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18. Februar 2009, 19.30 Uhr

Felix Mendelssohn Bartholdy
Konzert zum 200. Geburtstag


Symphonisches Ensemble München

symphonisches ensemle münchen - LogoDas Symphonische Ensemble München, ge­gründet 1996, erarbeitet in wöchentlichen Proben in der Regel drei Konzert­pro­gram­me aller Musikepochen im Jahr. Das Ama­teur­orchester unter der Leitung von Felix Mayer besteht derzeit aus etwa 60 jungen, ambitionierten Musikerinnen und Musikern. Für bereichernde Abwechslung sorgen die mitunter stattfindenden Auslandsreisen des SEM sowie Engagements bei der Langen Nacht der Musik in München. Im Sommer 2008 fand in feierlichem Rahmen ein Gedenkkonzert für die Weiße Rose statt. Unser Casino dient dem Orchester zu­weilen als Probenraum und ein Ensemblemitglied arbeitet in der SWW.


Programm


Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

Streichquartett Nr.19 in C-Dur, KV 465, „Dissonanzenquartett“
  1. Adagio-allegro
  2. Andante cantabile
  3. Menuetto (allegro) und Trio
  4. Allegro
Wolfgang Schiele und Gisela Kangler (Violine)
Carolin Ahrendt (Viola), Joachim Herb (Violoncello)


Ich sage Ihnen vor Gott, als ein ehrlicher Mann, Ihr Sohn ist der größte Componist, den ich von Person und dem Namen nach kenne; er hat Geschmack, und überdieß die größte Compositionswissenschaft, sagte Haydn, nachdem er den Zyklus der sechs ihm gewidmeten Quartette gehört hatte, zu Leopold Mozart.

Mit dem Streichquartett C-Dur KV 465 hatte Wolfgang Amadeus Mozart 1785 seine Haydn-Quartette abgeschlossen. Das Werk zeigt einen vollendeten, ausgereiften, klassischen Quartettstil: Alle vier Instrumente sind gleichberechtigt am musikalischen Geschehen beteiligt. Dies erzielt Mozart durch Dialog, imitatorische Stimmführung und durchbrochene Arbeit, durch Unisoni, abwechslungsreiche Kombinationen der Instrumente und konzertante Partien.

Berühmtheit – und den Beinamen Dissonanzenquartett – erlangte dieses Werk durch die harmonischen Kühnheiten in der langsamen Einleitung des 1. Satzes. Kann wohl der gesunde Menschenverstand die erste Violin so distonirend eintreten lassen?, fragte vorwurfsvoll der Komponist Giuseppe Sarti und drückte damit das Unverständnis aus, auf das Mozart bei seinen Zeitgenossen stieß. Diese Verwirrung der Gefühle spiegelt sich vielfältig in allen Sätzen wider, selbst in Menuett und Finale, in denen sich zu einer sorglos leichten Grundstimmung unheimliche chromatische Untertöne beimischen. – Ist es nicht auch für unsere modernen Ohren überraschende und spannungsreiche Musik? Hören Sie selbst!



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Julius Klengel (1859-1933)

Hymnus für zwölf Violoncelli, op. 57

Andante cantabile

Die 12 Cellisten des SEM
Heiko Spilgies, Susanne Horsch, Michael Freitag, Uwe Heller,
Joachim Herb, Max Penninger, Katrin Nägeli, Stefanie Sonner,
Klaus Maier, Thomas Metzmacher, Inga von Brandis, Valentin Illich


Julius Klengel, dessen Geburtstag sich dieses Jahr zum 150. Mal jährt, war einer der berühmtesten Cellovirtuosen seiner Zeit. Er war 1. Solocellist des Gewandhausorchesters, Mitglied des Gewandhaus-Quartetts Leipzig und Professor am Leipziger Konservatorium. Zu seinen berühmtesten Schülern zählten Gregor Piatigorsky und Emanuel Feuermann.

Den Hymnus für zwölf Violoncelli op. 57 schrieb Klengel 1920 für seine Schüler. Anfang der 1970er-Jahre wurde dieses bis dahin einzige Stück für Cello-Orchester von Berliner Orchestermusikern wieder entdeckt. Das daraufhin gegründete Kammerensemble Zwölf Cellisten der Berliner Philharmoniker veranlasste Komponisten wie Boris Blacher, Iannis Xenakis oder Arvo Pärt, weitere Werke für diese aparte Besetzung zu schreiben. Der nur knapp siebenminütige Hymnus beginnt mit einem stimmungsvoll aufsteigenden G-Dur-Akkord, aus dem sich ein Thema entwickelt – zuerst von einem Quartett der Mittelstimmen vorgestellt. Die tiefen Stimmen leiten über zu einer oktavierten Fassung des Themas im Quintett der hohen Celli. Der Hymnus steigert sich dann, bis das Thema variiert und von allen 12 Celli vorgetragen erklingt. Die strahlende Hymne wird dabei von rhythmischen Pizzicati der Bassstimmen unterstützt.


Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)

Oktett für vier Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli, op. 20
  1. Allegro moderato ma con fuoco
  2. Andante
  3. Scherzo (allegro leggierissimo)
  4. Presto

Wolfgang Schiele, Albert Flügel, Gisela Kangler, Angela Jochim (Violine)
Carolin Ahrendt, Johanna Reimann (Viola)
Julian Holch, Joachim Herb (Violoncello)

Die Triebfeder für den jungen Felix Mendelssohn Bartholdy, zu komponieren, waren die allsonntäglichen privaten Veranstaltungen von Hausmusik seiner Eltern. Ein Höhepunkt dieser frühen Werke ist das Oktett für vier Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli op. 20, das Mendelssohn 1825 mit nur 16 Jahren verfasste. Es ist von einem überquellenden Melodienstrom, einer Fülle an meisterlich verwobenen Einfällen und effektvollen Gegenüberstellungen geprägt. Mendelssohn geht mit der Besetzung neue Wege, denn die Zusammenstellung von acht Streichinstrumenten in kompakter Art, nicht nur als zwei doppelchörig gegenübergesteller Quartette, war so noch nie dagewesen. Dieses Oktett muss von allen Instrumenten im Style eines symphonischen Orchesterwerkes gespielt werden, gibt Mendelssohn selbst als Anweisung. Ein Meisterstück ist das Scherzo, das den Hörer in die Welt der Elfen und Geister versetzt, und scheinbar schon auf die unmittelbar danach komponierte Ouverture zu Shakespeares Sommernachtstraum verweist. - Im Übrigen komponierte Mendelssohn sein Oktett als Geburtstagsgeschenk für einen befreundeten Geiger. Heute Abend möge es für seinen Komponisten zum 200. Geburtstag am 3. Februar erklingen!


SEM



Das nächste Orchesterkonzert des SEM findet am Samstag, 28. März 2009, um 20.00 Uhr in der Großen Aula der Ludwig-Maximilians-Universität statt mit
  • Johann Strauß (Sohn): Frühlingsstimmenwalzer
  • Béla Bartók: Violinkonzert Nr. 1 Sz 36
    Barbara Burgdorf (Violine)
  • Robert Schumann: Symphonie Nr. 1 B-Dur op.38 Frühlingssymphonie

Kontakt: info@sem-muenchen.de Internet: www.sem-muenchen.de

Fotos vom Konzert-Abend

Fotos: Thomas Schwarz

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