18. März 2009, 19.30 Uhr
Salvator-Starkbier-Fest
Tannhäuser oder:
Liab und Liab san zwoaraloa
Heinrichs erotische AbenteuerText: Johanna Wolff von Schutter
Der Tannhäuser läuft und läuft, von Bayern nach Thüringen, und von dort aus nach Rom und zurück. Wer ist daran Schuld? Natürlich die Minne! Die treibt den Rastlosen zu dauernden Fußmärschen an. Einer der ersten Bergsteiger war er auch, der Heini aus Thannhausen, dauernd mit der Klampfe unterwegs, ob auf dem Wartberg oder dem Venusberg. Wo kommt wohl diese Bezeichnung für einen wohlgefälligen weiblichen Körperteil her? Es ist nicht auszuschließen, dass Heinrich da seine Hand im Spiel gehabt hat. – Jedenfalls haben die Weiber ihm ganz schön zu schaffen gemacht. Ein boarischer Streithansel war er ebenfalls. Keiner hat gezählt, wieviel Klampfen er auf den Köpfen seiner Rivalen zerschlagen hat. Selbst mit Wolfram (dem von Eschenbach), der es gut mit ihm meinte, hat er sich rumgekampelt. Den Sängerstreit auf der Wartburg hat er auch zum Streiten benutzt, statt dass er wie die anderen nur brav gesungen hätte. Ob er allerdings was mit der Elisabeth gehabt hat, ist fraglich, schließlich war sie dann heilig. Aber ob man dafür die Hand aufs Herz oder den Venushügel legen kann? Wurde doch damals der Keuschheitsgürtel als erotische Wegfahrsperre erfunden!
Die Opernbayern
 haben in Kennerkreisen inzwischen Kultstatus erreicht, denn sie parodieren klassische Opern, ohne sie abzuwerten. Der Autorin und Mundartdichterin Johanna Wolff von Schutter gelingt es hervorragend, die Opern auf das Wesentliche zu reduzieren, die Handlungen mit oft beißendem schwarzen Witz zu versehen. Auch bei deftigstem Humor spürt man ihre Bewunderung für diese Werke und deren Meister. Die Akteure, neben Wolff von Schutter Peter Seitz und Henner Quest, tragen die Texte äußerst lebendig vor. Herbert Schmelzer, der für die Musikarrangements sorgt, verwendet Zitate aus den Opern und verarbeitet deren Themen zu bayerischer Saitenmusik, die auf die hohe Qualität des Ensembles zugeschnitten sind.

- Gabriele Prediger: Gitarre
Barbara Schmelzer: Gitarre
Stefanie Hampel: Harfe Bernhard Mahne: Kontrabass Herbert Schmelzer: Zither
Der Pitzeshofener Saitenmusik gelingt es denn auch immer wieder, eine dramatische Aria in einem virtuosen Landler oder Zwiefachen zu verwandeln. – Die Opernbayern zaubern nun seit 13 Jahren mit ihren lustvoll unbeschwerten Aufführungen ein Kunstszenario, das auch ein Publikum begeistert, das mit der schicksalsschwangeren, großen Oper wenig anzufangen weiß. Der Kenner findet jedoch alles das wieder, was er schon erlebt hat. So sind diese Parodien, die ganz ohne Gesang auskommen, für alle ein helles Vergnügen: nach dem Motto Bayern – Oberbayern – Opernbayern!
Salvator-Ausschank am Nockherberg
Die Grundrezeptur des kräftigen, untergärigen Doppelbock-Biers mit dem typisch malzigen Geschmack hatte der Paulaner-Frater Barnabas Still entwickelt. Kurfürst Karl Theodor gewährte 1780 das uneingeschränkte Schankrecht, denn ihr Sankt-Vater-Bier hatten die Mönche zuvor lediglich am Namensfest ihres Ordensgründers Franz von Paula als Almosen an Bedürftige ausschenken dürfen. – Nach der Säkularisation war es dann Franz Xaver Zacherl, der die zwischenzeitlich gesunkene Qualität des Starkbieres wiederherstellte. Nach dem Erwerb der Brauerei kämpfte er über 30 Jahre mit den Behörden, die ihm für sein gehaltvolleres Produkt keinen höheren Preis als für gewöhnliches Bier zugestehen wollten. Erst Ludwig I. entschied 1837 diesen Streit, „da dieses Bier als Luxusartikel zu betrachten ist“.
Wir danken der Brauerei Paulaner, die unser Fest auch in diesem Jahr wieder mit Salvator-Bier großzügig unterstützt.
Fotos vom Starkbier-Fest
Fotos: Thomas Schwarz
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