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Figurenkabarett

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14. Juli 2010
19.30 Uhr

Josef Pretterer

Josef PrettererDie Kölner Fachhochschule für Kunst und Design verließ der Künstler, Figurenspieler und Kabarettist 1969 im Fach „Illustration“ als Meisterschüler. In Kolumbien Gastdozent an der Akademie der Künste in Bogotá. Zurück in Deutschland machte sich Pretterer 1976 als Illustrator selbstständig. Er arbeitete an Trick­filmen und Bildergeschichten für die Fern­sehsender WDR, NDR, BR und Deutsche Welle. Hier schuf er Geschöpfe für Sendungen wie „Sesamstraße“, „Die Sendung mit der Maus“, „Janoschs Traumstunde“.

Seit 1980 illustriert er Comics für Bücher und Zeitschriften wie „Stern“, „Bunte“, „Fernweh“, „Leben & erziehen“, „Convenience Shop“. Das Cartoon-Buch „Mich grennts in meinen Reiseschuhen“ (1984) verrät seine Lust zum Reisen und die Neugier auf andere Länder.

Anfang der 90er-Jahre entdeckte Pretterer seine Leidenschaft zum Kabarett. Der damalige Karikaturist erkannte, daß er mit selbstgebauten Figuren viel besser kommunizieren konnte. Seither ist er in Theatern, auf Messen und Tagungen unterwegs.

Figuren


Seine Figuren erweckt Pretterer auf der Bühne zum Leben, indem er sie mit speziellen Eigenarten und charakteristischen Dialekten ausstattet. Für seine Programme erhielt der Rheinländer 2001 den „Friedl-Brehm-Preis“ der „Mundartfreunde Bayerns“. Während der Vorstellungen schlüpft der Künstler laufend in die unterschiedlichsten Rollen. Es gibt aber weder Drehbuch noch Notizen. „Noch funktioniert die Festplatte zwischen meinen Ohren. Würde ich alles aufschreiben, ginge die Spontaneität verloren“. Umso erstaunlicher, dass er immer mit verschiedenen Programmen gleichzeitig auf Tour geht. „Wenn ich anfange, sie durcheinander zu schmeißen, Figurendann weiß ich, daß es Zeit ist aufzuhören“, verspricht er lächelnd und zeigt, dass er auch zu Selbstironie fähig ist. Auf seinen Reisen beobachtet er mit lebhaftem Interesse die Convenience-Szene an Bahnhöfen und Kiosken und holt sich hier manche Inspiration (auch für seine Cartoons). Was sein zwei- und dreidimensionales Werk auszeichnet, sind neben dem handwerklichen Geschick die treffende Zuspitzung der Figuren und der Wortwitz, der stets auch ans „Eingemachte“ geht.


Herzversagen (Ein Stück Leben)

FigurenEin Ehepaar im Pflegeheim. Das Warten auf den Tod. Angesichts einer ungewissen Zukunft im Jenseits blicken die beiden zurück auf ihr Leben und erinnern sich. Personen und Gegenstände tauchen auf, werden lebendig und verschwinden wieder.

Pretterer spielt „Herzversagen“ – da kommt Leben in die Bude. Es erscheinen: Pater Gottfried, ein ratloser Priester, ein randvoller Bierkrug, Heinz, ein wehmütiger Totengräber, zwei blanke Knochen, Gerda von Schwanensee, eine harmoniesüchtige Thera­peu­tin, Adi und Bella, zwei deutsche Schäferhunde, und viele andere schräge Typen.

Josef Pretterer schlüpft mit beiden Armen in seine lebensgroßen Puppen, spricht, und ist doch nicht anwesend.


Bildergalerie

Fotos: Dieter Schnöpf


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