| Zur Vorgeschichte: |
Die Südbayerischen Wohn- und Werkstätten für Blinde und
Sehbehinderte gGmbH (SWW) wurde 1992 von ihren
Gesellschaftern, der Blindeninstitutsstiftung und dem
Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund e.V.
gegründet.
In der Zielsetzung der SWW, geeignete Einrichtungen für
mehrfachbehinderte Blinde und Sehbehinderte zu schaffen,
standen die Schüler der Blindeninstitutsstiftung nach
ihrer Schulentlassung im Vordergrund.
Es galt für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen,
die Fortsetzung der Förderung in einer altersadäquaten
Betreuungs- und Wohnform nach der Schulzeit zu
garantieren.
Mit dem Umbau der Wohnanlage der ehemaligen
Mc-Graw Kaserne zu einem Wohnheim für mehrfachbehinderte
Blinde und Sehbehinderte konnten die bereits
bestehenden Außenwohngruppen unter einem Dach
zusammengefasst werden.
Seit 1996 wohnen im Münchner Stadtteil Giesing in
unterschiedlich ausgestatteten Wohngruppen blinde und
sehbehinderte junge Erwachsene, mit zum Teil schwersten
geistigen und körperlichen Behinderungen, aus allen Regierungsbezirken
Bayerns. Sie erhalten in unseren Werk- und
Förderstätten ein individuelles, den jeweiligen Bedürfnissen
angepasstes Beschäftigungs- und Therapieangebot.
Die Bewohner des Zentrums haben für den überwiegenden
Teil ihres Lebens, nach einer 10-jährigen schulischen
Förderung, bei der SWW eine sichere und beschützte
Heimat gefunden.
Im Zuge der Umbaumaßnahmen konnten zunächst nur
allgemeine Standards in der Neuausstattung der Wohngruppen
berücksichtigt werden.
Eine Wohn- und Lebensraumgestaltung für schwerst-
mehrfachbehinderte Sehgeschädigte die sowohl den
förderpflegerischen Ansprüchen dieses Personenkreises als
auch der körperlichen Entlastung des Personals gerecht
wird, sind weder mit Fördermitteln des Freistaates Bayern
oder anderer öffentlicher Zuschussgeber, noch mit unseren
Eigenmitteln zu finanzieren.
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| Der Grundgedanke: |
Für die Finanzierung der Projekte sollte nicht einfach nur
Geld gesammelt werden. Es entstand vielmehr der Gedanke
- nach dem Prinzip des Gebens und Nehmens - ein
Forum zu schaffen, in dem in einem geschützten Rahmen
bewusst gemeinsame Erlebnisse zusammen mit unseren
Förderern (z.B. im gemeinsamen Hören eines Konzertes)
stattfinden können.
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| Vorüberlegungen: |
| Die Integration von Menschen mit Behinderungen und
die damit verbundene Teilhabe am öffentlichen und kulturellen
Leben wird in vielen Lebensbereichen erschwert
durch eine eingeschränkte Mobilität. Blinde und sehbehinderte
Menschen mit zusätzlichen Behinderungen sind
dazu in besonderem Maße abhängig von geeigneten
Begleitpersonen. |
| Der Besuch einer kulturellen Veranstaltung z.B. in großen
Theater- und Konzerthäusern scheitert für viele unserer
Bewohner, neben dem organisatorischen Aufwand, nicht
nur an einem derzeitigen (fast schon chronischen) Personalmangel
und dem daraus resultierenden Betreuungsnotstand
bei der SWW, sondern auch an Ängsten unserer
Bewohner vor der Situation selbst. Eine Flut von akustischen
Eindrücken, z.B. durch Menschenansammlungen im
Vorfeld einer Veranstaltung, führt in vielen Fällen zu einer
starken Verunsicherung und letztlich zur Ablehnung, die
Wohnung zu verlassen. Die Folgen sind Gefühle des Isoliertseins
und der Ausgrenzung. |
| Eine Möglichkeit blinder Menschen, insbesondere mit weiteren
schweren Behinderungen, sich vor Angst machenden
Reizüberflutungen zu schützen, besteht oftmals nur im
Rückzug auf sich selbst, u.U. auch in ihrer Verweigerung
der Umwelt gegenüber. |
| Aus diesen Erkenntnissen und aufgrund unserer Erfahrungen
entsteht für uns die besondere Aufgabe, Menschen
mit schwersten Sehschädigungen (die oft ausschließlich
auf die akustische Wahrnehmung angewiesen sind) für sie
erfahrbare Hörerlebnisse zu ermöglichen und ihnen Kunst
und Kultur auf "einfachste" Weise nahe zu bringen. |
Dafür gilt es Barrieren in Form von Ängsten und Vorbehalten
abzubauen. Wir wollen versuchen, durch Veranstaltungen
in unserem Hause mit Hilfe der Musik, Sprache,
Theater etc. als verbindendem Medium, Begegnungen zu
initiieren und so den Integrationsgedanken fortsetzen.
Aus diesen Überlegungen heraus entwickelte sich die Idee,
dass die Bewohner der SWW mit Unterstützung ihrer
Betreuer in unseren Räumen einen wesentlichen Beitrag
nicht nur zu ihrer eigenen Integration, sondern auch zur
Beschaffung der notwendigen finanziellen Mittel für ihre
Projekte leisten können.
Schließlich könnten so Interessen und Bedürfnisse der
Bewohner in vielleicht idealer Weise mit denen der möglichen
Sponsoren in Einklang gebracht werden.
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| Ziele des Kulturfonds: |
- Zugangwege zu Kunst- und Kultur durch geringen organisatorischen
Aufwand schaffen und erleichtern
- Genusshemmende Faktoren für Menschen mit schwersten
Behinderungen vermindern
- Förderung der Persönlichkeitsentwicklung unserer
Bewohner
- Die SWW und ihre Bewohner übernehmen die Gastgeberrolle
- Integration von Menschen mit Behinderung durch
gemeinsames Erleben von Kunst und Kulturereignissen
- Finanzielle Sicherung für regelmäßige, künstlerisch hochwertige Veranstaltungen in unserem Hause
- Abbau von Barrieren durch die Möglichkeit der Begegnung
mit Geschäftspartnern und Sponsoren der SWW
- Verwirklichung des sozialen Engagements von Wirtschaftsunternehmen
über das verbindende Element der Musik, der Kultur und der Freude auf der Grundlage des gegenseitigen Gebens und Nehmens.
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| Aufgaben des Kulturfonds: |
Der zeitliche und finanzielle Einsatz zur Pflege des Kulturfonds
der SWW basiert auf freiwilligem und ehrenamtlichem
Engagement.
Die Aufgaben des Fonds bestehen in der
- Förderung künstlerischer Begabungen blinder und sehbehinderter Menschen
- Initiierung von Kontakten, Freundschaften und Patenschaften
zur Erhaltung und Sicherung des Kulturfonds
- Förderung weitgehender und langfristiger Projekte der
SWW aus den Überschüssen des Kulturfonds
- Organisation von Benefizveranstaltungen für die SWW
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| Organisation |
Die Organisation der Veranstaltungen wird von den Mitarbeitern
der SWW durchgeführt. In Zusammenarbeit mit
anderen kulturellen Einrichtungen und Vereinigungen soll
versucht werden, professionelle Künstler für einen Auftritt
bei der SWW unentgeltlich oder gegen eine geringe Gage
zu gewinnen.
Für Sponsoren besteht die Möglichkeit, Spenden zur
Förderung des Kulturfonds einzuzahlen. Sie erhalten
dafür eine Spendenquittung der SWW.
Eine weitere Förderungsmöglichkeit besteht im Erwerb
eines Jahres-Abo für ca. vier Veranstaltungen.
Darüber hinaus können auch Gutscheinkarten zur Eigennutzung
oder zur Weitergabe an Kunden im Wert von
35 Euro erworben werden.
Die Gründung des Kulturfonds erfolgte am 24.06.02
anlässlich der 10-Jahresfeier der SWW. |
München, 17.06.02
Michael Lohner, Geschäftsführer
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