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Die SWW
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Der Mensch mit seiner Behinderung hat bei uns einen
Namen, eine Geschichte, eine Perspektive. Er steht in
seiner Einzigartigkeit im Mittelpunkt unseres Handelns.
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| Die SWW |
Die Südbayerischen Wohn- und Werkstätten für Blinde und Sehbehinderte (SWW), in der Erwachsene mit weiteren Behinderungen leben und arbeiten, konnten in diesem Jahr gemeinsam mit ihren beiden Gesellschaftern Blindeninstitutsstiftung Würzburg und Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund ihr 20-jähriges Jubiläum feiern.
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| Wohnen |
Die SWW hat das Ziel, ihren Bewohnern unabhängig von Art und Schwere ihrer Behinderung eine soweit als möglich eigenständige, selbstbestimmte Lebensführung, soziale Eingliederung und Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen und zu erhalten. In einem für mehrfachbehinderte blinde oder sehbehinderte Personen geeigneten Lebensraum versuchen wir, vorhandene Fähigkeiten aufzugreifen, möglichst zu erweitern und Abbauprozesse zu mildern. Lebensqualität, Lebensfreude und Selbstbestimmung sollen ermöglicht und gefördert werden. Grundlagen hierfür sind eine humanistische Grundhaltung und das Leitbild der SWW.
Mit 115 Plätzen bietet die SWW hierfür ein breit gefächertes Angebot an Wohnformen an. Dies reicht je nach Bedarf und Möglichkeiten unserer Bewohner von der Selbstversorgung mit eigenverantwortlichem Handeln bis zu intensiv betreuten, versorgenden Wohnformen. Dem Bedürfnis nach Privatsphäre und Eigenraum entsprechend halten wir überwiegend Einzelzimmer vor. Neben den stationären Wohnangeboten leistet die SWW auch Begleitung beim ambulant unterstützten Wohnen (ABW).
Die Wohnbereiche stehen allen Teilnehmern unserer Werkstatt bzw. Förderstätte ganzjährig zur Verfügung. Die räumliche Gestaltung und Ausstattung der familienähnlich organisierten Wohngruppen sind auf die speziellen Bedürfnisse sehbehinderter Menschen hin konzipiert und gewährleisten, dass Bewohner mit unterschiedlichsten Behinderungsgraden, auch schweren Körperbehinderungen, hier leben können.
Therapeutische Fachdienste ergänzen unser Angebot in den Bereichen Psychologie, Physiotherapie, Logopädie, Ergo- und Musiktherapie, heilpädagogisches Reiten, Orientierungs- und Mobilitätstraining, Training in lebenspraktischen Fertigkeiten sowie Orthoptik.
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| Werkstatt, Förderstätte & Werkgruppe |
Dieser zweite Bereich der SWW ermöglicht Menschen mit Behinderung nach den Vorgaben des Sozialgesetzbuchs IX die Teilhabe am Arbeitsleben und/oder eine individuelle Lebensbewältigung.
Für einen Arbeitsplatz in der Werkstatt ist ein Antrag beim Kostenträger (z. B. Agentur für Arbeit, Bezirk Oberbayern) nötig, der zunächst eine volle Erwerbsminderung feststellt. Ein jährlich tagender Fachausschuss mit Vertretern der SWW plant die konkrete Übernahme. Es schließt sich in der Regel ein 3-monatiges Eingangsverfahren und eine 2-jährige Ausbildung im Rahmen des Berufsbildungsbereichs an. Während dieser Zeit werden die persönlichen Neigungen und Eignungen erkundet.
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Die Daten- und Aktenvernichtung, 2010 in den Stadtteil Sendling ausgelagert, und die Konfektionierung arbeiten eng mit der Industrie zusammen. Dinge des täglichen Bedarfs und des Kunstgewerbes fertigen die Weberei und die Keramik; die Abteilung Spielfiguren entwickelt künstlerische Objekte aus Laubsägearbeiten. Den Arbeitsanteil der Werkstattaufträge können sich Betriebe auf die Ausgleichsabgabe anrechnen lassen.
Die Förderstätte bietet am Tage einen zweiten Lebensraum neben der Familie, die auf diese Weise zugleich entlastet wird. Aufgrund der Stärke der Behinderung stehen gegenüber der Arbeitsleistung die Zuwendung im pädagogischen und pflegerischen Bereich im Vordergrund, die eine Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft fördern.
Um die Durchlässigkeit zwischen Werkstatt und Förderstätte zu erleichtern, gibt es als Zwischenbereich zusätzlich die Werkgruppe, die z. B. Feueranzünder (k-lumet) fertigt.
Unsere vielfältigen Produkte vertreiben wir über den derzeit entstehenden Onlineshop und unseren Werkstattladen.
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| Low-Vision-Konzept |
Eine gut durchdachte, kontrastreiche Raum- und Objektgestaltung schafft die Voraussetzungen für eine verbesserte Orientierung und den optimalen Einsatz eines vorhandenen Sehrestes.
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| Therapie & Fachdienste |
Der interne psychologische Fachdienst wird ergänzt durch Krankengymnastik, Musik- und Reittherapie, körperorientierte Arbeit und Mobilitätstraining.
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| Projekte |
Projekte wie die "Kleine Galerie der Sinne", die "Blackbox" und die Theatergruppe bieten zahlreiche Anregungen zur Entwicklung der Kreativität der Bewohner.
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| Werkstatt Kultur am Roßtalerweg |
Unser monatliches Kulturprogramm führt seit nunmehr 10 Jahren als zusätzliches Freizeitangebot unsere Betreuten und Mitarbeiter mit ihrem Freundeskreis sowie Einwohner aus dem Stadtteil (und darüber hinaus) zu gemeinsamem Erleben vielfältiger künstlerischer Darbietungen zusammen.
Das anspruchsvolle Programm aus dem Bereich klassischer bis Folk-/Volksmusik, Literatur, Theater, Musical und Kleinkunst bietet zugleich eine Fülle von Hörerlebnissen, die auch blinden oder sehbehinderten Menschen erlebnisreiche Stunden garantieren.
Ein weiterer Aspekt betrifft den Abbau genusshemmender Faktoren: Unsere Besucher mit Behinderung fühlen sich in vertrauter Umgebung wesentlich entspannter, denn Stimmengewirr großer Menschenansammlungen und fremde, in ihrer Struktur nicht leicht zu ermessende Räume können bei ihnen zu einer starken Verunsicherung führen.
Darüber hinaus wächst ihnen und ihren Betreuern die positive Rolle als Gastgeber zu. Externe Besucher wiederum erhalten die Gelegenheit, behinderten Menschen, die in der Öffentlichkeit häufig Neugier oder Mitleid erwecken, in entspannter Atmosphäre zu begegnen und gemeinsam einen inspirierenden Abend zu verbringen, an dem sie die Künstlerinnen und Künstler in großer Nähe erleben. Diese wiederum erhalten bei unseren Bewohnern eine Art von Resonanz, die sehr viel unmittelbarer als gewohnt herüberkommt und den zündenden Funken leichter überspringen lässt.
Zu den angenehmen Begleitumständen der Begegnung trägt auch der kleine Imbiss bei, mit dem die SWW-Küche unsere Gäste verwöhnt.
Der Erfolg dieses Konzepts, das sowohl dem Grundsatz der Integration und Inklusion gerecht wird, zeigt sich an unserem stets wachsenden Stammpublikum.
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